Neue Tiefschläge gegen kasachische Oligarchen

Wegen Geldwäschevorwürfen fror ein amerikanis­ches Gericht das Vermögen der bei­den kasachis­chen Oligarchen Muchtar Albjasow und Viktor Chrapunov ein. Ihrer Selbstdarstellung als Oppositionelle mit Asylanspruch wider­spricht das deutsche Auslandsbüro der kasachis­chen Opposition.

Der frühere Vorsitzende der kasachis­chen BTA-Bank, Muchtar Albjasov, und der frühere kasachis­che Minister und Bürgermeister von Almaty, Viktor Chrapunov, haben ab sofort nun auch in den Vereinigten Staaten keinen Zugriff auf ihr Vermögen. Das höch­ste Gericht des US-Bundesstaates New York fror ihre Konten ein, solang Vorwürfe von Geldwäsche und Betrügereien nicht aufgek­lärt sind.

Es geht um 21 Millionen US-Dollar, die die bei­den Oligarchen in ein Projekt namens Chetrit’s Flatotel investiert haben. Das Chetrit’s Flatotel in der 135 West 52nd Street in New York ist eine Luxusimmobilie mit 109 Eigentumswohnungen zu Preisen bis zu 16 Millionen Dollar.

Die Herkunft des Geldes scheint dubios. Auch Investitionen der bei­den in ein Cabrini Medical Center in Gramercy in New York City wer­den geprüft. Ein vom Gericht bestell­ter Treuhänder übt nun die Kontrolle über das Vermögen aus.

Die früheren Arbeitgeber der bei­den Kasachen, die Stadtgemeinde Almaty und die BTA-Bank, beschuldigen das Duo, durch Unterschlagung und Korruption mehr als vier Milliarden – anderen Quellen zufolge sog­ar sechs Milliarden – US-Dollar gestohlen zu haben und aus dem Land geflo­hen zu sein.

Zuvor hat­te die Schweizer Justiz wegen Geldwäscheverdachts, Betrugs und organ­isiert­er Kriminalität gegen Chrapunov und seine Frau ermit­telt. Chrapunov lebt mit sein­er Familie seit sein­er Flucht im Jahr 2008 in der Schweiz. Der 67-jährige Chrapunov gilt als ein­er der 300 reich­sten Menschen in der Schweiz. Er und seine Familie sehen sich als Opfer eines Rachefeldzugs. Sie behaupten, das Vermögen stamme haupt­säch­lich von der Ehefrau Chrapunovs, die in Kasachstan erfol­gre­iche Geschäftsfrau gewe­sen sei. Das Ehepaar ste­ht seit 2012 auf der Fahndungsliste von Interpol.

Abljasov floh 2009 aus Kasachstan nach London, gegen ihn laufen zahlre­iche Verfahren und Klagen nicht nur aus Kasachstan, son­dern auch aus Großbritannien, Russland und der Ukraine. Aus Angst um sein Leben beantragte er poli­tis­ches Asyl in Großbritannien. Dort wurde er jedoch nicht als Oppositioneller und somit nicht als asyl­berechtigt anerkannt.

Abljasov tauchte daraufhin in Frankreich unter. Dort wurde er 2013 ver­haftet. 2014 wurde den Auslieferungsbegehren der Ukraine und Russlands stattgegeben. Seither wartet Abljasov auf seine Auslieferung. Seine Anwälte bemüht­en sich bish­er verge­blich um Aufhebung der Entscheidung des Gerichts und des franzö­sis­chen Premierministers Manuels Valls.

Serik Medetbekov, Leiter des Auslandsbüros der kasachis­chen Opposition, protestierte indessen gegen die mögliche Gewährung von Asyl für Chrapunov. „Wir glauben ein­fach nicht, dass er in seinem Land ver­fol­gt wird und den Schutz des Westens braucht“, sagte Medetbekov in einem Interview.

Serik Medetbekov, Leiter des Auslandsbüros der kasachis­chen Opposition

Chrapunov ist kein Oppositioneller, son­dern ein gewöhn­lich­er Dieb. Er wird in Kasachstan ver­fol­gt, weil ihm vieles vorge­wor­fen wird: Amtsmissbrauch, ille­gale Beschaffung von Eigentum, Bestechlichkeit in großem Umfang, Unterschlagung, Geldwäsche, Betrug und viele andere Delikte der Wirtschaftskriminalität“, so Medetbekov.

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