Schlag gegen Russland-Spionage! Am gestrigen Dienstag hat die Bundesanwaltschaft den kasachischen Staatsangehörigen Sergej K. (50) in Berlin festnehmen lassen. Außerdem wurden in der Bundeshauptstadt die Räumlichkeiten des Beschuldigten sowie einer nicht tatverdächtigen Person durchsucht.
Sergej K. ist dringend verdächtig, für Russland spioniert zu haben. Unter anderem habe er einem russischen Geheimdienst Informationen über die deutsche Rüstungsindustrie übermittelt, teilte die Behörde am Mittwoch in Karlsruhe mit.
Informationen über Rüstungsindustrie weitergeleitet
Laut Haftbefehl der obersten deutschen Strafverfolgungsbehörde stand Sergej K. spätestens seit Mai 2025 von Deutschland aus fortlaufend in Kontakt zu einem russischen Geheimdienst. Er soll seine Informationen seinem Führungsoffizier übermittelt haben. Dazu gehörten etwa Angaben über die militärische Unterstützung der Bundesrepublik Deutschland für die Ukraine sowie über die deutsche Rüstungs- und Verteidigungsindustrie – insbesondere zu Unternehmen, die Drohnen und Roboter entwickeln.
Er habe auch Fotos von öffentlichen Gebäuden in Berlin oder von militärischen Konvois auf Autobahnen weitergeleitet, darunter der Konvoi eines Nato-Staats.
Ermittlungsrichter entscheidet über U‑Haft
Außerdem soll er seinen Kontaktmann beim Geheimdienst auch über geeignete Sabotageobjekte in Deutschland informiert haben. Nach Angaben von WELT (gehört wie BILD zu Axel Springer) soll der mutmaßliche Spion auch Orte und Personen, die sich aus seiner Sicht für Sabotage eignen könnten, an seinen Kontaktmann weitergegeben haben. Dazu heißt es bei WELT.de: „Damit verschiebt sich der Fall weg von klassischer Spionage, hin zu möglicher Vorbereitung von Anschlägen.“ Offenbar waren die Handlungen des Kasache aus ideologischen Motiven gesteuert.
Am Mittwoch sollte er dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden, der über die Untersuchungshaft entscheidet.
In der jüngeren Vergangenheit haben russische Geheimdienste massiv versucht, in Deutschland Spione und Saboteure im Internet anzuwerben. Die sogenannten Wegwerf-Agenten sollen kritische Infrastruktur fotografieren, Informationen liefern und Sachbeschädigungen durchführen.
Source: BILD